Ausbildung
in der Rettungshundestaffel Sindelfingen


Teamarbeit
Teamarbeit und Spaß dabei!


Rettungshunde bei der Arbeit- jeder kennt die Bilder aus dem Fernsehen bei der Suche nach Vermissten im Gelände oder bei Unglücksfällen unter Trümmern. Was sich auf den ersten Blick als gelungenes Zusammenspiel von sozialem Engagement, Arbeit mit Tieren und Bewegung in der Natur darstellt, ist bei näherem Hinsehen das Produkt jahrelanger zeitaufwendiger und geduldiger Arbeit.

Zunächst sollte sich der angehende Hundeführer darüber im Klaren sein, dass er seine Arbeit ehrenamtlich bei hohem Zeitaufwand verrichtet. Pro Woche sind 2 bis 3 mehrstündige Trainingseinheiten die Regel, wobei Dunkelheit, Kälte oder Regen als zusätzliches Übungsszenario gerne angenommen werden.
Ihr eigener Übungsanteil wird dabei relativ kurz sein, Ihr Einsatz als Versteckperson für die anderen Hundeführer beschäftigt Sie dennoch weiterhin.

Hier zeigt sich sehr schnell- diese Tätigkeit geht nur im Team. Sie werden mit Ihren Kameraden viel Zeit verbringen- Das Team muss sich auf Sie verlassen können und Sie müssen Vertrauen zu Ihren Teammitgliedern entwickeln.

 

Ganz besonders gilt dies natürlich für den Einsatz im Ernstfall. Einsätze kommen immer zur falschen Zeit, insbesondere nachts. Trotzdem wird erwartet, dass Sie im Normalfall zur Verfügung stehen und einsatzbereit sind- nicht nur in Bezug auf Ihre Ausrüstung, sondern auch mental. Man wird Ihnen- entsprechend Ihrer Ausbildung und Erfahrung- eine Aufgabe zuweisen und das Team erwartet Ihren vollen Einsatz.

Bedenken Sie dabei- Kälte, Hitze oder unwegsames Gelände können Sie an Ihre persönlichen physischen Grenzen bringen, andere Umstände belasten auch Ihre Psyche.

Natürlich werden Sie sorgfältig für diese Einsätze ausgebildet. An erster Stelle steht die Ausbildung als Sanitätshelfer, damit Sie im Notfall die Erstversorgung von Verletzten sicherstellen können. Darüber hinaus erwartet Sie an den Theorieabenden eine Vielzahl von Themen wie Sprechfunk, Handhabung von Karte, Kompass und GPS- Geräten, Teamarbeit und Kommunikation oder auch Kynologie, das Wissen um den Hund und erste Hilfe für Ihren vierbeinigen Teamkollegen.

 

Damit sind wir- endlich- beim Thema Hund angekommen.
Auch an ihn werden Anforderungen gestellt. Die Rasse spielt eine eher untergeordnete Rolle, er sollte mittelgroß, normalgewichtig, gesund und belastbar sein.

Als Junghund wird er sich leichter in das Rudel der Rettungshunde einfügen, wobei sein Alter 2 Jahre nicht überschreiten sollte.
Am Anfang steht ein Eignungstest, den ein normal konditionierter Hund locker besteht, nur sehr ängstliche oder aggressive Hunde werden hier aussortiert.

Ansonsten bringt Ihr Partner üblicherweise die Befähigung als Such- und Rettungshund mit- als da wären ein unglaublich guter Geruchssinn, der ihn befähigt, Menschen auch ohne Sichtverbindung aufzuspüren, ein ausgeprägter Spiel- und Futtertrieb ohne den eine Ausbildung scheitern würde und die Fähigkeit zur Kommunikation mit seinem menschlichen Partner. Gerade der letzte Punkt ist von erheblicher Bedeutung- auch in schwierigen Situationen ist absoluter Gehorsam unverzichtbar. Übungen zur Unterordnung sind daher ein wesentlicher Bestandteil seiner Ausbildung. Allerdings funktioniert die Kommunikation auch dann, wenn sie nicht hilfreich ist: Nervosität, Angst oder Unentschlossenheit seines Rudelführers überträgt sich umgehend auf den Hund und das Team wird in Folge wenig effizient arbeiten.

Leider hat Ihr Partner ein vererbtes Defizit: Ein sehr kurzes Kurzzeit- und ein sehr langes Langzeit- Gedächtnis.
Sollten Sie ihn erst abends nach getaner Arbeit loben, wird er Sie nicht verstehen. Wenn Sie ihm im Training mehrfach Unbehagen bereiten, wird er das abspeichern und in Zukunft die Situation vermeiden. Wenn Sie ihn einseitig bei der Personensuche auf unter Bäumen sitzende, freundlich lächelnde weibliche Personen konditionieren, wird er möglicherweise einen im Gras liegenden Mann nicht als Zielobjekt erkennen.
Sie sehen, die Ausbildung Ihres Partners benötigt viel Erfahrung, Einfühlungsvermögen und vor allem Zeit- 2 Jahre sollte man dafür einrechnen.

 

Und wenn dann nachts der Alarm kommt, wird Ihr Hund als erster am Auto stehen und auf Sie warten- nicht weil er Menschenleben retten will, sondern weil ein neues schönes Spiel beginnt.

Und das ist in Ordnung so. Und wenn Sie sich vorstellen können, in dieser Situation in’s Auto zu steigen um Menschen zu helfen, dann sagen wir: Willkommen im Team.





Unterordnung ist Teil der Prüfung.




Die Versteckperson - in der Ausbildung eine Schlüsselfunktion

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